Amazon passt Rezensionsrichtlinien in USA an: Kunden müssen min. $50 ausgegeben haben um bewerten zu können

Posted by 24/09/2016 Über Amazon 2 Comments

Alle paar Monate passt Amazon seine Rezensionsrichtlinien an um auf neue Entwicklungen am Markt zu reagieren. Meistens stellen die Änderungen eine Maßnahme gegen Fake-Bewertungen dar damit das Vertrauen der Käufer in die Rezensionen erhalten bleibt. So auch in diesem Fall.

Hürde für hinterlassen von Bewertungen wird erhöht

Die aktuellen Änderung vom 23. September 2016 betreffen in erster Linie die Rezensenten, nicht die Verkäufer. Durch die neue Regelung wird neu definiert, welche Voraussetzungen ein Käufer erfüllen muss um eine Rezension abgeben zu können. Hier der geänderte Auszug aus den Richtlinien:

„WHO MAY WRITE A REVIEW?
To post a review, customers must spend at least $50.00 using a valid credit or debit card. Prime subscriptions and promotional discounts don’t qualify towards the $50.00 minimum. Customers in the same household cannot submit a review for the same product.“ (Link)

Konkret bedeutet das, dass mit einem Amazon Account erst Waren im Wert von $50 auf Amazon gekauft werden müssen bevor man als Käufer Rezensionen hinterlassen kann. Wichtig: Die $50 beziehen sich somit nicht auf die einzelne Transaktion, sondern auf die Gesamtausgaben des Accounts!

Was bedeutet das für Seller und die Nutzung von Review Clubs?

Die neue Regelung stellt aus unserer Sicht eine gezielte Maßnahme gegen Fake-Accounts dar. Ein paar Fake-Accounts auf Amazon zu erstellen nur um damit die eigenen Produkte zu bewerten oder fremde Produkte abzuwerten wird durch die $50 Grenze deutlich schwieriger – schließlich muss mit jedem Account zuerst für $50 eingekauft werden damit der Account „aktiviert“ wird.

Die Nutzung von Review Clubs ist von der neuen Regelung nicht betroffen. Im Gegenteil: Die ordnungsgemäße Nutzung von rabattierten oder kostenlosen Produkten im Tausch gegen eine ehrliche Bewertung bleibt nach wie vor explizit erlaubt. Hätte Amazon gegen Review Clubs vorgehen wollen wäre dies mit einer einfachen Änderung der Richtlinien möglich gewesen. Da Amazon den entsprechenden Absatz aber nicht verändert hat deutet das auf eine weitere Duldung hin.

  • Können Review Clubs weiterhin genutzt werden? Ja.
  • Können Produkte unter $50 bewertet werden? Ja.

Die einzige Auswirkung auf die Review Clubs könnte sein, dass einige Tester die neuen Voraussetzungen (noch) nicht erfüllen und damit insgesamt weniger Tester zur Verfügung stehen. Diese Auswirkungen dürften allerdings minimal sein.

Interessant ist ebenfalls, dass Amazon diese Art finanzieller Hürde in den USA bereits im Juli eingeführt hat, damals allerdings noch mit $5. Offensichtlich haben die $5 aber nicht die erwünschte Wirkung gezeigt. Die Erhöhung auf $50 ist vermutlich ein Kompromiss aus hinreichend hohem Betrag ohne die echten Nutzer zu sehr einzuschränken. Vermutlich wurden die meisten ehrlichen Rezensionen ohnehin von Nutzern mit über $50 Ausgaben verfasst.

Gilt die Änderung auch für Deutschland?

Nein, aktuell gilt die Änderung nur für Amazon.com. Die deutschen Rezensionsrichtlinien sind noch in der alten Fassung:

WER DARF EINE REZENSION VERFASSEN?
Um eine Rezension verfassen zu können, müssen Sie ein Amazon-Kundenkonto haben und bereits mindestens ein Produkt oder eine Dienstleistung erstanden haben (kostenlose Downloads zählen nicht dazu). Rezensionen zum selben Produkt von Kunden aus dem gleichen Haushalt sind nicht gestattet.“

Somit ist in Deutschland aktuell die einzige Voraussetzung zum Abgeben von Bewertungen, dass 1 Produkte gekauft wurde. Erfahrungsgemäß ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis Amazon die Richtlinien auch in Deutschland entsprechend anpassen wird.

Franz Jordan

About Franz Jordan

Franz Jordan ist Gründer und Geschäftsführer von Marketplace Analytics, der führenden Amazon Optimierungssoftware für Hersteller und Händler. Er ist federführend an der Entstehung der Marketingdisziplin "Amazon SEO" beteiligt und liebt es, sich mit dem Thema Amazon zu beschäftigen und über erfolgreiche Amazon-Strategien nachzudenken. Seine Gedanken dazu veröffentlicht er auf unserem Blog, als Gastautor und als Sprecher auf Konferenzen.

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