Versand durch Amazon Rechner: Profite – Schätzung vs. Realität

Versand durch Amazon Rechner - Die Profite im Amazon Gebühren Rechner - Schätzung vs Realität

Der Versand durch Amazon Rechner ist ein beliebtes und nützliches Tool um abzuschätzen ob es profitabel ist, ein Produkt mit Versand durch Amazon (FBA) zu verkaufen. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass die Kalkulation im Versand durch Amazon Rechner durchaus ihre Grenzen hat: Erstens liefert der Rechner nur Schätzwerte und zweitens bezieht er nicht alle gewinnrelevanten Werte mit ein. Das bedeutet, dass man nach Verkaufsstart des eigenen FBA Produkts genau überprüfen sollte, ob man auch tatsächlich die Gewinne macht, die man sich vorgestellt hat.

In diesem Beitrag zeigen wir, wo genau die Grenzen und Lücken des FBA Rechners liegen. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie die tatsächlichen Kosten und Gewinne nach dem Verkaufsstart einfach und schnell einem Realitätscheck unterziehen können.

Diese Schätzwerte aus dem Versand durch Amazon Rechner können ungenau sein

Versand durch Amazon Gebühren nach Maß, Gewicht und Monat

Bei den Kosten für den Versand durch Amazon schätzt der FBA Rechner die Versandgebühren und die Gebühren für die monatliche Lagerung auf Basis der vorliegenden Produktspezifikationen (Maß + Gewicht) des analysierten Produkts und des aktuellen Monats (hat Amazon keine Informationen müssen Sie diese selbst angeben). Wenn Amazon dann bei der tatsächlichen Berechnung der Gebühren andere Spezifikationen misst und verwendet, können die tatsächlichen Gebühren abweichen. Diese Tatsache ist natürlich besonders relevant wenn man im Versand durch Amazon Rechner ein Produkt untersucht, dass nur so ähnlich wie das Produkt ist, was man verkaufen möchte.

Diese Produktspezifikationen sind für die tatsächlich anfallenden Gebühren im Einzelnen relevant:

  • Versandgebühren: Die Versandgebühren berechnet Amazon für das Verschicken der Ware zum Kunden. Die Höhe der Gebühren hängt dabei von den Abmessungen des Produkts und dem Gewicht der ausgehenden Sendung (Produktgewicht + Gewicht Amazon Verpackung) ab. Der FBA Rechner schätzt die Höhe der Versandgebühr auf Basis der aktuell bei Amazon vorliegenden Informationen zur Größe und zum Gewicht. Wenn Ihr eigenes Produkt im Amazon Lager eintrifft nimmt Amazon aber seine eigenen Messungen vor, wählt eine Verpackung und legt darauf basierend die Gebühren fest.
  • Gebühren für die monatliche Lagerung: Diese Gebühren berechnet Amazon für die Lagerung des Produkts in seinem Versandzentrum. Die Höhe der Gebühr hängt von den Maßen des verpackten Produkts ab. Auch hier nimmt Amazon seine eigene Messung vor und berechnet darauf basierend die Gebühr. Darüber hinaus variiert die Gebühr je nach Monat (aktuell von Januar bis September 12,50 € pro Kubikmeter und von Oktober bis Dezember 18,00 € pro Kubikmeter). Im Amazon Gebühren Rechner wird die Gebühr aber jeweils nur auf Basis des aktuellen Monats berechnet.

Gebühren für europaweiten Verkauf und Versand

Bei der Nutzung von Versand durch Amazon bietet es sich an, die eigenen Produkte auch auf anderen europäischen Marktplätzen zu verkaufen. Der Grund dafür ist, dass man mit dem europäischen Verkäuferkonto relativ einfach die Produkte auch auf den anderen europäischen Amazon Marktplätzen zum Verkauf listen kann. Mit Versand durch Amazon können diese dann in andere Länder verschickt werden. Dabei haben Sie die Wahl, ob Sie den Versand nur über ein deutsches Amazon Logistik-Zentrum abwickeln möchten oder ob Sie zusätzlich Lagerbestände in anderen europäischen Amazon Logistik-Zentren pflegen möchten.

Aufgrund dieser Möglichkeiten werden viele Händler Ihr Produkt auch gerne europaweit verkaufen wollen. Der FBA Rechner geht bei der Berechnung der Versand durch Amazon Gebühren aber immer davon aus, dass Ihr Produkt auf Amazon.de verkauft wird und auch aus Deutschland versandt wird. Diesen Punkt darf man nicht vergessen, denn sobald man ein Produkt auch international verkaufen möchte, fallen andere Gebühren an, die Ihnen der Versand durch Amazon Rechner nicht anzeigt.

In diesen Fällen fallen beispielsweise andere Gebühren an als im FBA Rechner angezeigt:

  • Verkauf auf: Amazon.co.uk und Versand aus: Deutschland
  • Verkauf auf: Amazon.co.uk und Versand aus: Großbritannien

Weitere Informationen zu den Gebühren finden Sie hier.

Erhöhte Gebühren für Händler, die ihre Produkte nicht in Polen und Tschechien lagern

Seit dem 19. Juli 2016 fallen erhöhte Versandgebühren für alle Händler an, die Amazon nicht erlauben, ihren deutschen „Versand durch Amazon“-Lagerbestand in Amazon-Logistikzentren in Polen und der Tschechischen Republik zu lagern. Bei einer Bestellung auf Amazon.de fallen so beispielsweise 0,25 € zusätzliche Versandgebühren pro Bestellung an. Der Amazon Gebühren Rechner nimmt automatisch an, dass Sie Amazon die Lagerung in Polen und Tschechien erlauben und zeigt deshalb die Versandgebühren ohne den Aufschlag an. Damit für Sie als Händler die erhöhten Gebühren nicht anfallen, und damit Sie auch tatsächlich das zahlen, was der FBA Rechner anzeigt, müssen Sie Amazon aktiv die Lagerung in Polen und Tschechien erlauben. Wie Sie das machen, erfahren Sie hier.

Diesen Teil der Kalkulation übernimmt der Amazon Gebühren Rechner nicht für Sie

Zusätzliche Amazon Gebühren

Nicht alle Gebühren, die Ihnen Amazon in Rechnung stellt, finden Sie tatsächlich auch automatisch im Versand durch Amazon Rechner. Diese können aber einen nicht unwesentlichen Kostenposten ausmachen, der Ihre Marge verringert.

Diese zusätzlichen Amazon Gebühren können auf Sie zukommen:

  • Grundgebühren: Je nachdem in welchem Tarif man das Seller Konto bei Amazon nutzt fallen unterschiedliche Grundgebühren an. Zum Verkauf bei Amazon stehen dabei zwei unterschiedliche Tarife zur Verfügung: Das Basiskonto und das Power Anbieterkonto: Im Power-Anbieterkonto zahlt man eine monatliche Grundgebühr von 39,90 €. Im Basiskonto wird dagegen eine feste Gebühr von 0,99 € pro verkauftem Artikel berechnet.
  • Langzeitlagergebühren: Halbjährlich nimmt Versand durch Amazon eine Lagerbestandsprüfung vor. Für Lagerbestand, der sich an diesen Stichtagen seit mehr einem Jahr im Amazon Lager befindet, wird eine Langzeitlagergebühr von 1,00 EUR pro Kubikdezimeter erhoben. Produkte, die sich nur langsam verkaufen, sollte man also nicht in allzu großen Stückzahlen bei Amazon lagern bzw. rechtzeitig zurück ins eigene Lager beordern.
  • Optionale Servicegebühren: Amazon bietet Ihnen einige optionale Services an, die Ihnen einen Teil der Arbeit bei der FBA Vorbereitung bzw. Implementierung abnehmen. Dazu gehören z.B. ein Etikettierservice oder ein Verpackungsservice. Wenn Sie diese Services in Anspruch nehmen, berechnet Amazon Ihnen entsprechend zusätzliche Gebühren. Der Versand durch Amazon Rechner bietet Ihnen ein Feld, in dem Sie diese Kosten eintragen können, aber füllt sie nicht automatisch für Sie aus.

Kosten für Erstattungen und Rücksendungen

Wenn im laufenden Geschäft Erstattungen und Rücksendungen anfallen, dann können sich zusätzliche Kosten und Gebühren ergeben. Die Abwicklung von Rücksendungen wird bei der Nutzung von FBA durch Amazon übernommen. Die zuvor an Amazon gezahlte Verkaufsgebühr erhält der Verkäufer bei einer Erstattung von Amazon zurück, aber die Gebühr für den Versand durch Amazon behält Amazon ein. Daneben wird dem Verkäufer von Amazon für die Erstattung eine Bearbeitungsgebühr berechnet.

Für Sie können also an Kosten anfallen:

  • Von Amazon einbehaltene FBA-Gebühr
  • Erstattungsgebühr
  • Kosten für die Ware, falls diese nicht erneut verkauft werden kann

Je nach Produktqualität, Produkttyp oder Saison (z.B. im Weihnachtsgeschäft) sollte man dementsprechend immer gewisse Verluste durch Rücksendungen und Erstattungen einkalkulieren und deren Entwicklung verfolgen.

Weitere Kosten von Herstellung bis zu Steuern

Neben den Amazon Gebühren fällt eine ganze Reihe weiterer Kosten vom Sourcing bis hin zu Steuern an, die unabhängig von der Nutzung von FBA sind. Diese Kosten werden nicht im Amazon Gebühren Rechner berücksichtigt, dürfen aber natürlich in der Kalkulation des Gewinns nicht fehlen. Manche davon, wie z.B. die Herstellungskosten können bereits vor der Durchführung relativ genau ermittelt werden (auch wenn natürlich immer unvorhergesehene Abweichungen auftreten können. Bei anderen (wie z.B. Marketingkosten für PPC Marketing) zeigt sich die genaue Höhe oft erst in der Umsetzung und Anpassung.

Zu den weiteren Kosten, die Sie in Ihrer Gewinnkalkulation berücksichtigen müssen, gehören:

  • Herstellungskosten bzw. Einkaufspreis
  • Verpackungskosten
  • Kosten für Import und Zölle auf dem Weg zu Ihrem Lagerort
  • Kosten für den Transport von Ihrem Lagerort zu Amazon
  • Gemeinkosten (z.B. für Personal, müssen auf die einzelnen Produkte aufgeschlüsselt werden)
  • Steuern (Mehrwertsteuer)
  • Kosten für Marketing und Werbung (insbesondere Amazon Gesponserte Produkte)

Erwarteter Umsatz: Preissetzung und Abschätzung der Nachfrage

Der Gesamtgewinn mit einem Produkt hängt abgesehen von allen Kosten natürlich auch vom Umsatz ab, den man machen kann. Die Höhe des Umsatzes hängt wiederum maßgeblich von dem gesetzten Preis und der Nachfrage zu diesem Preis ab.

Hierzu kann man mit dem Versand durch Amazon Rechner keine Abschätzung vornehmen. Um den erwarteten Umsatz abzuschätzen muss man als Händler deshalb über andere Wege zumindest grob abschätzen, zu welchem Preis das Produkt verkauft werden kann und welche Nachfrage zu erwarten ist (z.B. mit XRAY von Marketplace Analytics).

Egal wie gut die Schätzung ist: Welcher Gewinn tatsächlich erzielt wird, zeigt sich aber erst sobald der Verkauf des Produkts angelaufen ist. Aus diesem Grund sollte man nach dem Verkaufsstart sorgfältig überprüfen, ob man tatsächlich so viel Umsatz und Gewinn macht, wie man erwartet hat. In vielen Fällen lohnt es sich außerdem, nach dem Verkaufsstart systematisch verschiedene Preise für das Produkt zu testen, um zu sehen, zu welchem Preis der höchste Gewinn erzielt wird.

Gewinne überprüfen mit dem Profit Dashboard von Marketplace Analytics

Das Profit Dashboard von Marketplace Analytics berechnet vollautomatisch für Sie, wie viel Gewinn Sie auf Amazon machen – sowohl bei Ihren einzelnen Produkten als auch mit Ihrem gesamten Sortiment. Mit dem Profit Dashboard können Sie also nach dem Start Ihres FBA Produkt überprüfen, ob Sie tatsächlich die Gewinne machen, die Sie sich vorgestellt haben.

Sehen Sie, wie viel Gewinn nach Abzug aller Kosten übrig bleibt

Einzelne Kosten wie Amazon Gebühren, Warenkosten, Werbekosten werden dabei übersichtlich aufgeschlüsselt, so dass Sie genau sehen können, welche einzelnen Abzüge von Ihren Umsätzen gemacht werden.

Gewinn pro Produkt und für gesamtes Sortiment

Im Profit Dashboard sehen Sie nicht nur den Gewinn für Ihr gesamtes Sortiment sondern auch für jedes einzelne Produkt. So können Sie schnell die Produkte identifizieren, mit denen Sie am Meisten Gewinn erwirtschaften.

Konstantin Pannicke

About Konstantin Pannicke

Konstantin Pannicke war der zweite Mitarbeiter bei Marketplace Analytics und ist ausgewiesener Amazon Experte. Er führt regelmäßig Experimente durch um den Amazon Rankingalgorithmus zu knacken und veröffentlicht die Ergebnisse dazu auf unserem Blog. Nebenbei hilft er unseren Nutzern über unseren Chat bei sämtlichen Fragen zur Amazon Optimierung oder unserer Software. Vor Marketplace Analytics hat er bei diversen Onlineshops gearbeitet - u.a. in der Amazon Optimierung.

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